Tor- und Leidenschaftslosigkeit an der Weser

‎Es gibt Fußballnachmittage, da fühlen sich Unentschieden wie Niederlagen an. Gestern war so ein Tag in Bremen. Und das, obwohl die Köhler-Elf im dritten Spiel in Folge ungeschlagen ist und mit nunmehr 45 Punkten das Minimalsaisonziel Klassenerhalt erreichen konnte. Der Chemnitzer FC kam in Überzahl gegen die um den Klassenerhalt kämpfende U23 des SV Werder Bremen nicht über ein 0:0 Remis hinaus.

Es war eine ganz biedere Vorstellung, was die Himmelblauen vor 938 Zuschauern auf dem Platz 11, im Schatten des Weserstadions, anboten. ‎In Halbzeit 1 gab es keine nennenswerten Spielaktionen. Gegen zu dem Zeitpunkt noch 11 Werderaner konnte der CFC sein Spiel nicht durchsetzten und stand zumeist in der eigenen Spielhälfte. Der Club wirkte zum Ende der Englischen Woche müde, kraft- und motivationslos. Gab es in Vergangenheit auch nicht viele Punkte aus der Hansestadt zu entführen, war der gestrige Auftritt schon auffallend ideenlos, unterirdisch und konsternierend. Nach Yatabaré’s Platzverweis (61.) spielte Chemnitz in der Schlusshalbenstunde sogar in Überzahl. Doch es gelang zu keinem Zeitpunkt des Spiels den Gegner unter Druck zu setzen bzw. echte Torchancen zu kreieren. Taktische Finesse gab es zeitgleich nur im Weserstadion zu bestaunen. Dort fand nämlich paradoxerweise die Schach-Bundesliga statt.


SV Werder Bremen II – Chemnitzer FC 0:0
Tore: Fehlanzeige
Bes. Vorkommnisse: Rote Karte Yatabaré‎ (61.)
Zuschauer: 938

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